Tönnies liefert wieder nach China

agrartotal (fr/pm/Radio Gütersloh) - Nach Informationen von Radio Gütersloh konnten allem Anschein nach die Fleischwerke Tönnies nach drei Monaten einen wichtigen Absatzmarkt zurückerobern. Ab sofort darf, so meldet es Radio Gütersloh, der Fleischriese aus Rheda-Wiedenbrück wieder Schweinefleisch nach China exportieren. China begründete damals die Sperre damit, weil es Probleme mit einer Lieferung von Tönnies gegeben haben soll. Agrartotal.eu hatte damals jedoch nach Kenntnis von Insiderinformationen die Vermutung geäußert, dass die Einfuhrsperre wohl eher einen politischen Hintergrund gehabt hat.

Nachdem Clemens Tönnies persönlich mit der Delegation von Außenminister Sigmar Gabriel nach China gereist war, konnte er dort wohl vor Ort die Angelegenheit "gerade rücken"! Selbstverständlich hat die Exportsperre dem Fleischwerk Tönnies nachhaltig wirtschaftlich geschadet, allerdings dürfte die Exportsperre auch ihre negativen Auswirkungen auf den deutschen Schweinepreis - die Erzeugerpreise - gehabt haben, wenngleich die Verbraucher durch billige Schweinefleischangebote vielleicht einen kurzfristigen - allerdings doch recht zweifelhaften - Vorteil davon gehabt haben könnten. Festzuhalten ist jedoch die Tatsache, dass viele Schweineteilstücke, die Tönnies nach China exportiert, auf dem deutschen Markt nur sehr schwer in diesen Größenordnungen abzusetzen sind. Auf dem Gesamtpreis, den der Erzeuger (Landwirt) für sein Schwein erhält, kann es jedoch schon um erhebliche - wenn auch Cent Beträge - Summen gehen, die über den Gewinn, oder den Verlust, der Schweinehaltung mitbestimmen.

Der plötzliche Exportstopp Chinas bei Tönnies dürfte jedoch auch gezeigt haben, wie sensibel die deutsche Wirtschaft - auch die Agrarwirtschaft - auf Entscheidungen der jeweiligen Exportländer reagiert. Die Abhängigkeit einiger deutscher Wirtschaftszweige vom Export sind mittlerweile fast schon "beängstigend", wobei man nicht übersehen darf, dass die Exporte erst die teilweise respektablen Gewinne der Industrie, wie auch zum Beispiel der Agrarwirtschaft und somit auch der daran hängenden Landwirte, ermöglichen. Ohne Exporte müssten die Verbraucher außerdem mittelfristig erheblich tiefer für die Waren in die Tasche greifen, was allerdings nicht nur für Lebensmittel gilt.

Eine Bestätigung oder ein Dementi dieser Meldung von Seiten der Tönniesgruppe steht derzeit noch aus.

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