Tierqual in Mastställen: Lasst uns diese Zustände beenden

agrartotal (Ost/Grün/Berlin) - Zu der Berichterstattung im TV-Magazin Panorama vom 22.9.2016 zu tierschutzwidrigen Zuständen in deutschen Ställen erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen: "Die Bilder erschüttern im Mark. Sie zeigen die grausame Realität der industriellen Tierhaltung. Tierqual ist der Preis für Billigschnitzel. Das Bundesministerium und der Bauernverband mit all ihren verzweigten Akteuren sind sich der Zustände in deutschen Mastställen sehr wohl bewusst

Geld verdienen oder Tierqual in Kauf nehmen, diese Entscheidung ist beim Landwirtschaftsminister Schmidt und bei den Bauernverbandsfunktionären gefallen - zum Leidwesen der Tiere. 2014 versprach Minister Schmidt, es müsse den Tieren am Ende seiner Amtszeit besser gehen als jetzt. Von der Einhaltung dieses Versprechens ist er heute Lichtjahre entfernt. 

Von ihm und vom Bauernverband können wir nichts erwarten, was das kalkulierte Tierleid für billige Ramschschnitzel stoppen könnte. Jahrelang haben sie Fortschritte in der Tierhaltung durch unerträgliche Wortfloskeln, leere Versprechungen und vorgeschobene Vertröstungen blockiert. Jahrelang haben sie gepredigt, den Tieren ginge es gut, es gebe keinen Bedarf für Veränderungen. Damit muss Schluss sein. Landwirtschaftsminister Schmidt darf sich nicht weiter vor die Kameras stellen und die industrielle Tierhaltung verteidigen.

Denn die betroffenen Betriebe gehören keinen unfähigen schwarzen Schafen des Berufsstandes und keinen irrenden Einzeltätern. Sie gehören führenden Verfechtern der so genannten modernen Tierhaltung.  Landeschefs des Bauernverbände und Vorsitzende führender Interessenvertretungen sind angeklagt, in ihren Ställen massives Tierleid geschehen zu lassen. All ihren Bezeugungen, den Tieren in den modernen Ställen ginge es gut, müssen wir entgegnen: In den modernen Ställen geht es den Tieren nicht gut, die Tiere ertragen millionenfaches Leid.

Ich rufe daher allen Bäuerinnen, Bauern, Verbraucherinnen und Verbrauchern zu: Lasst uns diese Zustände beenden. Wir brauchen einen Umbau der Tierhaltung und neue Wege, um Tiere artgerecht zu halten. Es ist eines zivilisierten Landes nicht würdig, fühlende Wesen so zu misshandeln. Die Zeit für den Wandel ist jetzt. Die Zeit für die Agrarwende ist jetzt.

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