Protektionismus in Europa!?

agrartotal (German Sweets/Bonn/Paris) - Zahlreiche deutsche Süßwarenhersteller präsentieren sich auf dem diesjährigen SIAL in Paris im deutschen Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und in eigenen Ständen. Insgesamt verzeichnet die Messe eine gute internationale Beteiligung, sowohl auf Seiten der Aussteller als auch der Besucher. Vor allen Dingen Einkäufer aus Asien sind sehr gut vertreten. Daher sind die in German Sweets organisierten Süßwarenexporteure zuversichtlich, in 2016 mit einer starken zweiten Jahreshälfte eine gute Entwicklung verzeichnen zu können, auch wenn die Ausfuhren in der Menge zuletzt leicht stagnierten.

Sorge bereitet jedoch der Blick auf das Gastgeberland. Zwar ist Frankreich immer noch der wichtigste Auslandsmarkt für Süßwaren aus Deutschland, doch waren die Süßwarenexporte in der Menge im ersten Halbjahr 2016 mit einem Minus von 4,3 % rückläufig. „In Frankreich beobachten wir gerade protektionistische Strömungen, welche den europäischen Binnenmarkt auszuhebeln drohen“, erläutert Willi Meier, Exportleiter der Fa. Niederegger und Vorsitzender von German Sweets. „Bislang betreffen die Vorgaben zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung nur Fleisch und Milch, doch keiner weiß, wohin die Diskussionen noch führen werden.“ Zudem werden in Frankreich derzeit verschiedene Modelle einer Nährwertkennzeichnung auf der Verpackungsvorderseite getestet. Aus Sicht von Meier benachteiligt dies vor allem mittelständische und kleinere Hersteller in den anderen europäischen Mitgliedsstaaten, welche nun im schlimmsten Fall für ihre französischen Kunden verschiedene Verpackungen bereithalten müssten. Aufgrund der damit verbundenen Kosten drohen diese Unternehmen dann aus dem französischen Markt gedrängt zu werden.

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