Panorama vom 22.9.2016 um 21.45 Uhr im 1. Programm: Durchsichtig und selbstherrlich!

agrartotal (fr/Berlin) – Im Vorfeld der Ausstrahlung der Panoramasendung am gestrigen Abend zum Thema: „Massive Tierschutz-Probleme bei Bauern“, muss es im Hintergrund hoch hergegangen sein – juristisch und so - denn erst am späten Nachmittag vermeldete die Panoramaredaktion auf ihrer Webseite, dass der Beitrag auch tatsächlich ausgestrahlt wird.

Was hatte man im Vorfeld versprochen, einen Tierschutz-Skandal größten Ausmaßes! Natürlich würde nicht gleich die Bundesrepublik wanken, zumindest aber die Bauernfunktionäre, die Bauernlobby und die Tierquäler, die in ihren Ställen unhaltbare Zustände zuließen. Was ist dabei herausgekommen (Klicke auf das Foto um zur ARD-Mediathek zu gelangen) – nichts, heiße Luft!

Teilweise stammen die Aufnahmen von 2015, sind alt, anscheinend deshalb so alt, weil sie vorher keiner im Sender für besonders sendenswert erachtete. Natürlich gibt es die eine oder andere  Handlung in dem Film zu sehen, die nicht OK, auch tierschutzrechtlich nicht erlaubt ist, aber rechtfertigt dieser Tatbestand einen solchen Film, eine derartige Kampagne? Jedes Vergehen gegen das Tierschutzgesetz ist verboten und ein Vergehen zu viel, aber die Panoramasendung war auch eine zu viel, dies nicht nur, wenn ich an meine Gebühren denke! Sie war selbstgefällig und noch viel schlimmer, sie war von oben herab selbstgerecht und zudem handwerklich auch noch schlecht gemacht, einem Politikmagazin nicht würdig!

Weil es der  Szene – und davon muss man hier wohl sprechen – nicht mehr gelingt, mit Nottötungen von Ferkeln, also Skandalbildern (leider gibt es die) sein Publikum vor dem Bildschirm zu versammeln, hatte man sich die Interessen- und Berufsvertreter persönlich „vorgeknöpft“. Die gleichen Bilder im Stall von Bauer Otto wären nicht über den Sender gegangen, interessant waren diese nur, weil man damit Personen des öffentlichen Lebens stigmatisieren, regelrecht an den Haaren an den Pranger ziehen konnte. Meine Güte, hier schafft sich die Mediengesellschaft langsam selber ab – oder wollen wir das tatsächlich.

Ist es heute schon normale Praxis: „Schnüffeljournalisten“, die mit versteckten Kameras drehen, Fernsehsender, die mit Gebührengeldern Filme aufkaufen,  die höchstwahrscheinlich bei Einbrüchen  gedreht wurden und dann - im nachhinein - als löbliche Tierwohlaktion dargestellt werden und Moderatoren, die sich als „Gralshüter der letzten Wahrheit“ gebären und sich – beleidigt – in der Anmoderation der Sendung beschweren,  dass man ihre Unfehlbarkeit nicht überall anerkannt? Wollen wir das wirklich?

Der Beitrag war eine durchsichtige Kampagne, er hätte nicht in die Sendung, sondern in die Tonne, gehört.

Aber einmal abgesehen davon,  es verwundert doch schon, dass es Einbrechern so leicht gemacht wird, in deutsche Ställe einzubrechen. Da könnte ja noch viel mehr passieren! 

Außerdem sollte der Deutsche Bauernverband – über die Landesbauernverbände - mal langsam aktiv werden. Wenn 100.000 tierhaltende Landwirte, vielleicht alle Landwirte, ihre Fernsehgebühren aus Protest gegen derartige Filme und ähnliche Diskriminierungen, bis auf weiteres auf ein Sonderkonto einzahlen würden, würde das Wirkung zeigen. Es kann keiner erwarten, dass man einen derartigen Mist, wie in der Panoramasendung gestern gesendet, auch noch bezahlt. Das betrifft alle gezeigten Sendungen.  Das Thema „AfD-Spitzenkandidat handelt mit Hakenkreuzen“ wäre eine Kurznotiz, wenn überhaupt, gewesen, der Beitrag über den Fahrradklau passte besser in die „Sendung mit der Maus“ und der Rest, es gab keinen sehenswerten Rest!

Da wäre dann noch die Sache mit dem toten Schwein in der Bucht von Röring’s Stall. Wie kam die Sau dahin – wurde sie mitgebracht? Das wird wohl ein Geheimnis bleiben, aber möglich, also wahrscheinlich – und das ist das schlimme an der Sache – ist es schon, dass die Sau als „Deko“ von außen mitgebracht wurde. Sei es, wie es sei, man will es nicht ausschließen, dass die Filmemacher zu solchen Mitteln greifen. Es gab schon genügend Medienskandale, also mit einer völlig weißen Weste rennt der Berufsstand der Journalisten auch nicht durch die Welt (alles schwarze Schafe!). Wenn aber nur die gedankliche Möglichkeit besteht, die mit der mitgebrachten Sau, dann darf sich die Journalistenbranche auch nicht wundern, wenn sie selber in einem schlechten Licht erscheint. Vielleicht sollten sich die Journalisten in der Panoramaredaktion einmal in ihren "Redaktionsstall" zurück ziehen und einfach einmal nachdenken, was ein Informationsauftrag für rund drei bis vier Millionen Zuschauer bedeutet? Sicher ist: Selbstverwirklichung war gestern!  Für Journalisten und gute Politik-Magazine kein besonders erfreulicher - und schon gar kein erfolgreicher - Fernsehabend!

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