Nahrungsmittelversorgung

agrartotal (BDP/Bonn) – Im Vorfeld des Welternährungstages am 16. Oktober 2016 weist der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) auf die zentrale Rolle der Pflanzenzüchtung für die globale Nahrungsmittelversorgung hin. „Bei steigender Weltbevölkerung wird künftig pro Kopf weniger Ackerfläche für die Produktion wichtiger Nahrungs- und Futtermittel zur Verfügung stehen. Sie muss daher effizienter, aber gleichzeitig umweltverträglich genutzt werden. Das dafür notwendige Potenzial bietet die Pflanzenzüchtung“, erklärt Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des BDP.

An der Ernährungssicherung in der Welt hat die Pflanzenzüchtung schon jetzt einen bemerkenswerten Anteil. Sie hat dazu beigetragen, dass die landwirtschaftliche Produktion in Europa mit der Entwicklung der Bevölkerungszahl mithalten konnte. Heute macht der Anteil der europäischen Pflanzenzüchtung an der Produktivitätssteigerung 74 Prozent aus. Dies entspricht einer jährlichen Ertragssteigerung von 1,24 Prozent.

Das Thema des diesjährigen Welternährungstags lautet "Climate is changing. Food and agriculture must too" – frei übersetzt: „Das Klima verändert sich. Ernährung und Landwirtschaft müssen dies auch.“ Damit greifen die Vereinten Nationen die Schlüsselrolle der Landwirtschaft bei der Hungerbekämpfung auf. Trockenheit oder Starkregenereignisse sowie langanhaltende Hitze-oder Kälteperioden haben in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Die kontinuierliche Anpassung des Saatguts an unterschiedliche Boden- und Klimaverhältnisse sowie die verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge wird für den Fortschritt in der pflanzlichen Produktion daher immer wichtiger.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis 2050 ca. neun Milliarden Menschen auf der Erde leben und ernährt werden müssen. Um auch weiterhin die komplexen Ursachen für den Welthunger zu bekämpfen, bedarf es interdisziplinärer langfristiger Maßnahmen. „Pflanzenzüchtung muss hierzulande, aber auch in den Entwicklungsländern gefördert werden. Investitionen in die Agrarforschung und Stärkung der regionalen Strukturen sind unerlässlich für die Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele einerseits und der Erreichung des UN-Ziels ‚ausreichend Nahrung für die Welt‘ bis 2030 andererseits. In diesen Prozess bringen wir uns aktiv ein“, so Schäfer.

Zum Hintergrund: 

Zum 71. Mal jährt sich am Sonntag der Gründungstag der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations). Im kanadischen Quebec, weit entfernt vom kriegszerstörten Europa, setzte sich diese Sonderorganisation nach dem zweiten Weltkrieg die weltweite Bekämpfung von Hunger und Unterernährung, Nahrungsverteilung und Nahrungssicherheit als Ziel. Die 1961 gegründete Unterorganisation World Food Programme (WFP) verfolgt die „Vision von einer Welt, in der jeder Mensch stets Zugang zu den Nahrungsmitteln hat, die für ein aktives und gesundes Leben notwendig sind“(Quelle: www.wfp.org). Seit 17 Jahren gibt es bereits den Welternährungstag, immer am 16. Oktober, der regelmäßig auf die aktuelle Problematik des Welthungers aufmerksam machen soll. 

Aktuell stehen Krisengebiete wie beispielsweise Syrien und seine Nachbarländer, die Ebola-Gebiete in Westafrika, Irak, Jemen, Süd-Sudan, aber auch Nordkorea im Fokus der Hungerproblematik. 2015 wurden insgesamt 3,2 Millionen Tonnen Nahrungsmittel vom WFP als Hilfe eingesetzt. Aber auch Naturkatastrophen wie aktuell der Hurrikan Matthew über Haiti oder der Taifun Lionrock über Nordkorea stellen neben den Folgen des Klimawandels eine große Herausforderung im Kampf gegen den Hunger dar.

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