Land Grabbing in Europa: Höchste Zeit zu handeln!

Brüssel/Berlin (agrartotal/Die grünen) - Maria Heubuch fordert die EU Kommission auf, Daten über den Aufkauf von Agrarland durch Kapitalgesellschaften und Spekulanten vorzulegen.

Maria Heubuch, Mitglied der Grünen im Entwicklungsausschuss und im Landwirtschaftsausschuss des EU-Parlaments, hat die EU Kommission aufgefordert, Daten über das Ausmaß des Aufkaufs von Agrarland durch internationale Kapitalgesellschaften und Spekulanten vorzulegen. Diese Entwicklung, gemeinhin auch Land Grabbing genannt, sei längst nicht mehr allein ein Problem in Entwicklungsländern, sondern finde inzwischen in allen Ländern der EU, vor allem den neuen Mitgliedstaaten statt.

Sie verweist auf einen Bericht des Wirtschafts- und Sozialausschusses und eine Studie, die vom Agrarausschuss in Auftrag gegeben wurde und am 17. Juni vorgestellt werden soll.

„Das internationale Spekulationskapital sucht Halt auf landwirtschaftlichen Böden. Laut Schätzungen sind zwischen 80 Mio. und 230 Mio. Hektar weltweit von Land Grabbing betroffen. Der Bodenmarkt insgesamt ist intransparent. Die Studie des Agrarausschusses verdeutlicht den fortschreitenden Prozess von großen Landaufkäufen und Landkonzentration, die angesichts fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen zu deren Beschränkung stattfinden,“ erklärt die Abgeordnete, die selbst Bäuerin im Allgäu ist.

„Problematisch ist diese Entwicklung für bäuerliche Betriebe, die bei den horrend steigenden Landpreisen nicht mehr mithalten können. Eine Grünlandfläche im Allgäu kostet mittlerweile 50.000 Euro pro Hektar, und in Rumänien werden bereits mindestens 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen durch ausländische Investoren kontrolliert. Verschärft wird dieses Phänomen durch die Finanzkrise, die landwirtschaftliche Flächen zu einem Spekulationsobjekt macht. Uns ist allen bewusst, dass Land Grabbing in Afrika ein großes Problem darstellt, übersehen dabei aber, dass wir auch in Europa genauer hinsehen müssen.“

In der Stellungnahme „Jagd nach Agrarland“ forderte der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss im Januar das Parlament und die Kommission zum Handeln auf. „Der Landwirtschaftsausschuss hat mit der vorliegenden Studie einen ersten Schritt gemacht. Jetzt ist es an der Kommission, Fakten zu sammeln, sie dem Parlament und dem Rat vorzulegen und gemeinsam eine Lösung für dieses dringende Problem zu finden.“

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