Edeka-Katalog überfordert Bauern

agrartotal (LPD/Hannover) -  „Wer die Musik bestellt, der bezahlt!“ Mit diesem altbekannten Grundsatz reagiert Landvolk-Präsident Werner Hilse auf einen Brief der Edeka-Zentrale in Hamburg, worin diese bei den deutschen Milchbauern „Mindestanforderungen zur Haltung von Milchkühen“ einfordert. „Edeka geht mit einem sechsseitigen Forderungskatalog weit über die gesetzlichen Bestimmungen und auch die ohnehin schon höheren Anforderungen im Qualitätsmanagement Milch hinaus.

Das geht gezielt gegen alle, aber insbesondere kleinere und mittlere bäuerlichen Familienbetriebe, sie werden damit regelrecht ausgebeutet“, betont Hilse. Er verweist auf die enormen Vorleistungen der Milchwirtschaft im System Qualitätsmanagement Milch (QM Milch), hier könnten sich die weiterverarbeitenden Stufen einbringen und gemeinsam mit der Landwirtschaft über weitere Entwicklungen austauschen. Mit keiner Silbe dagegen lasse Edeka erkennen, dass die Landwirte für den zusätzlichen Wunschkatalog des Handelskonzerns zusätzlich entlohnt werden sollten.

Die Milchviehhalter müssten erhebliche Aufwendungen betreiben, beispielsweise für Investitionen in den Umbau vorhandener Ställe oder zusätzliche und zeitintensive bürokratische Nachweispflichten ohne einen Cent Mehrwert. „Edeka spottet mit seinen Forderungen jeglicher Kaufmannsehre Hohn“, sagt Hilse. Während der Handelskonzern auf der einen Seite mit der Tengelmann-Übernahme den Ausbau seiner Macht anstrebe, treibe er parallel die bäuerlichen Lieferanten von Lebensmitteln mit seiner Preispolitik und einer angeblichen gesellschaftlichen Verantwortung zur Verzweiflung. Der Handel stehe auch in der gesellschaftlichen Verantwortung für die schwächsten Glieder der Kette, hier die Milchbauern. Nun wolle Edeka ihnen noch mehr Lasten aufbürden, um sich im untersten Preissegment, bei den Eigenmarken, zu profilieren. Das sei mit Nachhaltigkeit in keiner Weise zu vereinbaren, sondern stehe für Ausbeutung und Macht. Hier sollten nach Überzeugung des Landvolkpräsidenten sowohl das Kartellamt als auch der Bundeswirtschaftsminister genauer hinschauen. „Viele tausende Arbeitsplätze in den bäuerlichen Milchviehbetrieben sind gefährdet und gleichzeitig baut der Lebensmitteleinzelhändler seine Machtposition weiter aus“, sagt Hilse. Gesellschaftliche Verantwortung sehe zweifelsfrei anders aus.

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