DBV: Tierwohl-Label zeigt erste Konturen

 

agrartotal (DBV/Berlin) - Positiv reagierte der Deutsche Bauernverband (DBV) auf die Klarstellungen zu den Kriterien für das Tierwohl-Label von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt. Es sei wichtig, dass nun endlich dazu Klarheit besteht. Die sehr ambitionierten Kriterien erfordern jetzt ein Konzept zur Organisation und Umsetzung, das Akzeptanz bei Verbrauchern und Marktpartnern sowie den notwendigen Mehrwert für die teilnahmewilligen Landwirte sicherstellt. Daher müsse nun kurzfristig auch Klarheit zur Organisationsform hergestellt werden, fordert der DBV. Insbesondere sei es wichtig, dass die Möglichkeiten zur Verzahnung mit bestehenden Systemen wie der Initiative Tierwohl genutzt werden. Ohne die Nutzung solcher Synergien werde das Label große Schwierigkeiten haben, über eine Marktnische hinaus zu kommen, so der DBV. 

 

Die in Medienberichten genannten 20 Prozent Mehrkosten durch die Kriterien des Tierwohl-Labels dürften nach DBV-Einschätzung nicht ausreichen, schon gar nicht bei der Premiumstufe. Positiv sieht der DBV, dass die Ferkelerzeugung von Anfang an einbezogen werden soll, obwohl hier die größten Hürden für die praktische Umsetzung bestehen.

 

 

Das neue "staatliche Tierwohllabel" soll, laut Schmidt, über die bestehenden Bestimmungen der bereits auf dem Markt befindlichen und sich dort tummelnden Initiativen des Handels und auch der Landwirtschaft, hinausgehen. Durch diese Maßnahmen, so Schmidt, sei für die Verbraucher einen Preisanstieg von ca. 20 % für das Fleisch an der Ladentheke zu erwarten.

Schmidt will allem Anschein nach nun sogar noch vor der Bundestagswahl im Herbst das Gesetz für ein "staatliches Tierwohllabel" im Bundestag einbringen.  

Unter anderem wird bei einer Eingangsstufe für das staatliche Tierwohllabel  ein höherer Platzbedarf  für die Schweine gefordert, der bei der zweiten Stufe, der sogenannten Prämienstufe, nochmals erheblich ausgeweitet wird.

In Kastenständen dürfen Sauen danach dann auch nur noch vier Tage gehalten werden, wobei die gesetzliche Vorgabe vier Wochen zulässt. Statt der bisher drei Wochen müssen nach den  neuen Kriterien für das Tierwohllabel Ferkel, mindestens vier Wochen, nicht wie zugelassen drei Wochen Säugezeit bei der Mutter haben.

Weitere Einzelheiten wird es in den nächsten Tagen geben. Interessant dürfte sein, wie sich der Deutsche Tierschutzbund zu den ministeriellen Kriterien stellt?

Zurück

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie weiter auf dieser Website navigieren, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Internet Browsers zu ändern, stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.