Lehrfahrt der Jungzüchter Mittelfranken 2016 zum Bodensee

agrartotal (Holzinger/Ansbach) - Wiederum auf eine sehr gelungene und interessante Lehrfahrt vom 19. bis 21. August 2016 mit vielen Eindrücken konnte der Jungzüchterclub Mittelfranken, die Dachorganisation der Jungzüchtervereinigungen, zurückblicken. Als Zusammenfassung kann gesagt werden: Gute Kühe, Bowling, viel Spaß und ausgelassenes Feiern waren die Highlights.

Erstes Ziel nach der üblichen und traditionsgemäßen Brotzeit war das Landwirtschaftliche Zentrum Baden-Württemberg in Aulendorf. Diese renommierte Lehr- und Versuchseinrichtung des Landes Baden-Württemberg war den überwiegenden Milcherzeugern durch die Veröffentlichung von Fachartikeln in den Zeitschriften zum Beispiel zum Enthornen, zu Fütterungsversuchen oder zur Saat von Gräsern bekannt. Dr. Renate Lindner führte die Jungzüchter aus Mittelfranken durch die Einrichtung und gab wertvolle Erläuterungen. Als zweites Ziel wurde die Rinderunion Baden-Württemberg mit dem Sitz in Herbertingen angesteuert. Michael Schmidt, einer der beiden Zuchtleitungsassistenten für Fleckvieh bei der Rinderunion Baden-Württemberg und bis vor einigen Jahren noch aktives Mitglied beim Jungzüchterclub Mittelfranken, stellte sehr engagiert einige Bullen der Rassen Fleckvieh, Braunvieh und Holstein vor. Gespannt waren die Jungzüchter natürlich auf Bullen, die kurz zuvor als sogenannte Genomische Jungvererber auf Zuchtviehmärkten oder Eliteversteigerungen in Bayern erworben wurden. Die Rinderunion Baden-Württemberg fährt ein Zuchtprogramm, bei dem etwa die Hälfte der eingestellten Bullen über die sogenannte Eigenleistungsprüfung in Horb und die weitere Hälfte über Zukäufe von Jungbullen auf den Zuchtviehmärkten und männliche Zuchtkälber auf den Zuchtkälbermärkten in Bayern rekrutiert werden. Ein überwiegender Teil des derzeit eingesetzten Spermas kommt mittlerweile durch den Zusammenschluss des Verbundes der Eurogenetik in Deutschland und Österreich. Zwei Vererber aus Mittelfranken wie Zeukar in der Vergangenheit und Manuap in der jüngsten Gegenwart sind Beispiele für gelebte Zuchterfolge im benachbarten Baden-Württemberg, die zur Blutauffrischung beigetragen haben. Dr. Holger Mathiak, einer der zwei Geschäftsführer, gab eine kurze Einführung zur Rinderzucht in Baden-Württemberg und sorgte für ein schmackhaftes und reichhaltiges Mittagessen an der Besamungszentrale in Herbertingen. Am Nachmittag wurde der Biobetrieb Gerhard Albinger mit den Rassen Braunvieh und Holstein in Winterreute in der Nähe von Biberach besichtigt, dessen junger Betriebsleiter sehr überzeugen konnte. 200 Milchkühe werden täglich im Melkkarussell gemolken. Ebenfalls in sehr angenehmer Erinnerung wird den Teilnehmern noch lange die Schifffahrt auf dem Bodensee von Meersburg nach Friedrichshafen mit Abendessen auf dem Schiff sein. Der Quartierbezug wurde in Ailingen, in der Nähe von Friedrichshafen, vorgenommen. 

Zu Beginn des zweiten Tages der Lehrfahrt wurde der bekannte Fleckviehzuchtbetrieb von Norbert und Sabine Bertel GbR in Hasenweiler in der Nähe von Horgenzell besichtigt. Der Betrieb wurde bekannt durch den Champion der Tierschau der Rinderunion Baden-Württemberg 2016 in Ilshofen. Durch den konsequenten Einsatz von erstklassigen Vererbern konnte eine hervorragende Zuchtherde in der vergangenen Zeit aufgebaut werden. Er setzt auf die Devise eines gesunden und leistungsfähigen Familienbetriebes mit schrittweiser Erweiterung der Herde nach den gegebenen Möglichkeiten. ‚Die zu verrichtende Arbeit muss noch überschaubar bleiben‘, so der Betriebsleiter. Das Mittagessen an diesem Tag wurde serviert auf einem typischen Obstbaubetrieb am Bodensee. Dabei konnten die mittelfränkischen Jungzüchter Einblick in die derzeitigen Probleme der Obsterzeuger bekommen. Ebenfalls bleibende Erinnerung wird der Affenberg in Salem erlangen, wo die Jungzüchter auf ‚Du und Du‘ mit den Affen gehen konnten. Im Bowlingcenter in Friedrichshafen wurde der Teamgeist der jungen Menschen gefordert. Dabei entpuppte sich oft manches verborgene Talent.

Der Besuch der Zeppelinwerft in Friedrichshafen und das Mittagessen auf der Alpe Hündle in der Nähe von Immenstadt standen am letzten Tag auf dem Programm. Diese Alpe Hündle gehört zum Eigentum der Rinderunion Baden-Württemberg. Einige findige Rinderzüchter in den Zuchtvereinen haben um 1900 diese Alpen erworben, um während dem Sommer darauf die Jungtiere zu sömmern. Die Fahrt mit der Sommerrodelbahn in Ratholz in der Nähe von Immenstadt und das traditionelle Abendessen bildeten den Abschluss der Fahrt der mittelfränkischen Jungzüchter 2016.

Der Dank des Jungzüchterclubs Mittelfranken gilt dem Fachlichen Betreuer Guido Däumler vom Fachzentrum Rinderzucht am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach, Michael Schmidt von der Rinderunion Baden-Württemberg sowie dem Ersten Vorsitzenden Michael Lang. Es wurde durch demokratische Abstimmung vereinbart, 2017 Ziele in Niedersachsen anzusteuern.

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