Deutsche Schlachtbetriebe drücken Schweinepreis nach unten

agrartotal (pm/age/isn/VLV/Bonn/Brüssel) - Eine kurzfristige Vermarktung der Tiere, wie in den vergangenen Wochen, sei dadurch nicht mehr möglich gewesen. Andere Analysten wiesen darauf hin, dass die Margen der Schlachtbetriebe beim Verkauf gewisser Teilstücke bereits seit längerem nicht mehr passten und diese deshalb nun „geradegezogen“ werden sollten. Zudem sei ein Preisverfall nach dem Sommer aufgrund des steigenden Schweineangebots „normal“; diese Entwicklung komme 2016 aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen im September jetzt mit Verzögerung. 

Geringere Preisabschläge in der EU

In anderen Ländern der Europäischen Union präsentierte sich der Schlachtschweinemarkt nach Angaben der dortigen Marktexperten in der vergangenen Woche recht ausgeglichen, unveränderten Notierungen waren erwartet worden. Das negative Preissignal aus Deutschland setzte dann aber wegen der Marktverflechtungen und des internationalen Wettbewerbs auch dort die Notierungen unter Druck, wenn auch nicht so stark wie hierzulande. In Österreich monierte der Verband der landwirtschaftlichen Veredlungsproduzenten (VLV), dass man sich nicht des Eindrucks erwehren könne, dass der feiertagsbedingte Ausfall eines Schlachtages in Deutschland von den dortigen Schlachtbetrieben „zum Drehen des Marktes“ genutzt worden sei. In Österreich seien die Schlachtschweine zeitnah und vollständig abgeflossen; erst mit Bekanntwerden der deutschen Notierung seien auch in der Alpenrepublik Forderungen der Fleischbranche nach Preissenkungen aufgekommen. Der VLV musste deshalb seine Notierung um 3 Cent/kg auf 1,64 Euro/kg SG nach unten korrigieren. Ähnlich war die Situation in Frankreich, wo nach Angaben des Marché du Porc Breton der nationale Leitpreis bei ausgeglichenen Marktverhältnissen wegen der Entwicklung in Deutschland am vergangenen Donnerstag im Vorwochenvergleich um 2,1 Cent auf 1,513 Euro/kg SG zurückging. Auch Danish Crown senkte seinen Ankaufspreis für Schweine, und zwar um umgerechnet 2,7 Cent/kg SG. In Belgien und Spanien kam es bei den jüngsten Notierungen zu einem Minus von 4 Cent beziehungsweise 2,5 Cent je Kilogramm Lebendgewicht.

EU-Schweinepreis deutlich über Vorjahr

Zuvor war in der Woche zum 25. September laut Daten der EU-Kommission von der Preisschwäche in der Gemeinschaft noch nichts zu spüren gewesen. Im Gegenteil: Im Mittel der 28 EU-Staaten wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E mit 167,94 Euro/100 kg SG abgerechnet; das waren 2,48 Euro oder 1,5 % mehr als in der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde sogar um 20,75 Euro/100 kg SG oder 14,1 % übertroffen. Besonders kräftig stiegen in der Berichtswoche die Schlachtschweinepreise in den Niederlanden und Polen mit 3,0 % beziehungsweise 3,3 %. Die Mäster in Österreich, Luxemburg, Kroatien und Ungarn konnten sich über Zuschläge zwischen 2,1 % und 2,7 % freuen. Mehr Geld für ihre Tiere erhielten auch die Erzeuger in Belgien, Frankreich, Deutschland, Dänemark und Italien, und zwar zwischen 1,1 % und 1,5 %. Nur knapp behaupten konnten sich dagegen mit Abschlägen von maximal 0,3 % die Notierungen in Spanien und Lettland. Nur wenig stärker nach unten ging es mit 0,6 % und 0,7 % mit den Schlachtschweinepreisen in Großbritannien und Bulgarien, was EU-weit gleichzeitig die höchsten gemeldeten Abschläge waren. 

 

Zurück

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie weiter auf dieser Website navigieren, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Internet Browsers zu ändern, stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.